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Artgerechte Kaninchenhaltung

in Informationen rund ums Kaninchen 17.04.2008 10:44
von Admina • Besucher | 103 Beiträge

Artgerechte Kaninchenhaltung

Außenhaltung

Die ideale Haltungsform für ein Kaninchen ist mit Sicherheit die Außenhaltung. Sie
entspricht am ehesten der Lebensweise der Kaninchen in freier Wildbahn. Sollte also
genügend Platz im Garten vorhanden sein, ist ein Außengehege sicher die erste Wahl.

Ein kleines Problem der Außenhaltung ist, dass man den Kaninchen nur schwerlich
regelmäßig Auslaufmöglichkeiten bieten kann. Das sollte bei der Planung der Größe des
Geheges mit einkalkuliert werden. Bei einer Haltung, wo die Tiere dauerhaft im Gehege
leben, ist ausreichender Platz enorm wichtig und das Gehege sollte so großzügig wie
möglich angelegt werden. Eine ganz gute Größe für ein Außengehege sind ca. 3qm pro
Tier – also mindestens 6qm für ein Pärchen. Hier haben die Tiere dauerhaft genug Platz
zu Toben, zu Springen und sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Bei dieser
Größenordnung ist relativ schnell klar, dass man ein kaninchengerechtes Gehege im
normalen Fachhandel nicht kaufen kann. Daher empfiehlt sich ein Eigenbau.

Das Gehege sollte vor starker Sonneneinstrahlung, Zugluft und Regen geschützt sein.
Man kann das gesamte Gehege überdachen. So wird verhindert, dass bei starken
Regenfällen der Boden zu stark aufweicht. Ebenso ist es möglich, nur einen Teil des
Geheges zu überdachen. Hierbei sollte man darauf achten, dass mindestens zweidrittel
des Geheges überdacht ist. Zum Bedecken des Geheges eignen sich jede Form von
wetterfestem und stabilem Material – unüberdachte Flächen sollte man mit Volierendraht
abischern. Ebenso sollte sichergestellt werden, dass das Gehege Wind und Wetter stand
hält und auch bei Schneelast nicht zusammenbricht. Deshalb sollte Wert auf wetterfeste
Materialien und eine feste Montage gelegt werden.

Zudem sollte das Gehege zu allen Seiten gut abgesichert sein. Den Boden kann man
relativ einfach mit Waschbetonplatten absichern. Es ist aber auch möglich, den Boden
auszuheben und den Aushub mit wetterfestem Gitter auszulegen und wieder Erde
aufzuschütten. Die Seitenwände des Geheges sollten aus festem Volierendraht bestehen.
Einfacher Kaninchen-oder Kükendraht reicht nicht aus für ein wirklich sicheres
Außengehege, da sowohl Kaninchen als auch Fressfeinde diese dünnen
Drahtkonstruktionen rasch und problemlos durchbeißen können. Deshalb sollte man auf
stabilen Volierendraht zurückgreifen.

Es ist sehr praktisch, das Gehegedach, wenn möglich, schräg anzuordnen, sodass Schnee
und Regen gut abfließen können.

Jedes Außengehege sollte eine isolierte Schlafhütte und einen wind-und
wettergeschützten Futterplatz haben.



Innenhaltung

Ein Käfig ist auf Dauer kein artgerechter Lebensraum für Kaninchen – sie haben dort
nicht genug Platz, herumzutoben oder Haken zu schlagen. Ein Zimmergehege ist die wohl
beste Möglichkeit, Kaninchen in der Wohnung zu halten. Gerade ungenutzte
Zimmerecken können einfach und schnell zu einem Kaninchengehege umfunktioniert
werden. Mit einigen Dachlatten und Volierendraht oder Auslaufgitterelementen ist ein
Gehege schnell erbaut.

Ein wichtiges Thema beim Bau des Innengeheges ist der Boden. Bei Parkett oder Laminat
empfiehlt sich zunächst, darauf eine sogenannten Trittschalldämmung (gibt es in der
Laminatabteilung des Baumarkts) auszulegen und dann Teichfolie oder Abdeckfolie
darüber anzubringen. So bleibt bei einem Auszug der Boden unbeschädigt, denn ein
Wassernapf ist schnell umgekippt oder das Kaninchen ist nicht ganz stubenrein.

Als Bodenbelag eignet sich normaler Teppich, Balkonrasenteppich, Fliesen oder
rutschfester PVC. Auf dem Boden kann man zusätzlich einige Teppiche auslegen. Die
Höhe des Geheges sollte nicht zu niedrig gewählt werden. Das Gehege sollte ca. einen
Meter hoch sein, denn viele Kaninchen können sehr hoch springen. Wenn diese
Springfreudigkeit mit extremer Freiheitsliebe einher geht, sollte man sein Augenmerk auf
eine angemessene Höhe legen.

Einige Kaninchen knabbern gern an der Tapete. Deshalb ist es sinnvoll, auch die Seiten
des Geheges abzusichern. Das kann man auf vielfältige Weise tun – mit Holzbrettern,
Rollglas, Rollzaun, Weidenmatten und so weiter.

Die Inneneinrichtung sollte einige Verstecke bieten wie Häuschen und ähnliches. Hierbei
sollte man darauf achten, dass unbehandeltes Holz verwendet wird, da Kaninchen gern
alles annagen, was ihnen zwischen die Zähne kommt. Man sollte auch darauf achten,
dass die Erhöhungen nicht als Ausstieg aus dem Gehege genutzt werden können.

Auch in einem Innengehege ist es empfehlenswert, einen festen Futterplatz zu haben.

Bei einem großen Innengehege ist es kaum praktikabel, die gesamte Fläche mit Einstreu
auszulegen. Es ist jedoch eine gute Lösung, ein oder zwei mit Einstreu gefüllte Toiletten
mit Einstreu anzubieten. Diese können dann täglich leicht gereinigt werden.

In Innenhaltung ist es recht unproblematisch, den Kaninchen zusätzlich Auslauf in der
Wohnung zu geben. Man sollte jedoch darauf achten, alle Gefahrenquellen auszuschalten.
Das bedeutet, dass man Kabel absichert, giftige Zimmerpflanzen, Gardinen und
Tischdecken unerreichbar macht, und so weiter. Auch Lebensmittel sollten für die Tiere
unzugänglich aufbewahrt werden.

Quelle: Wir helfen Kaninchen e.V.

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